Die Geschichte von Zaid
Jürgen Todenhöfer, der bereits mehrmals im Irak unterwegs war, ist auf eigene Faust dorthin zurückgekehrt. Diesmal traf er in Ramadi diejenigen, über die wir kaum etwas wissen: die irakischen Widerstandskämpfer aus baathistischen, nationalistischen und gemäßigt islamischen Gruppen. Er erfuhr erschütternde Einzelschicksale. So begegnen wir etwa Yussuf, einem Christen, der Seite an Seite mit Muslimen kämpft, Aisha, die für die Mütter der Widerstandskämpfer spricht, und dem zweiundzwanzigjährigen Zaid.
Der wahre Krieg - zum Reinhören (von Jürgen Todenhöfer)
Zaid hat sein ganzes Leben nur Krieg und Not kennen gelernt. Seine beiden Brüder wurden von amerikanischen GI’s erschossen. Er hat sich daraufhin einer Widerstandsgruppe angeschlossen und US-Soldaten getötet. In bewegenden Worten erzählen Zaid und seine Mitstreiter ihre Geschichte, sprechen über ihre Motive und politischen Ziele. Dabei wird deutlich, dass der irakische Widerstand auch gegen die – überwiegend ausländischen – Terroristen von Al-Qaida kämpft und eine scharfe Trennlinie zieht zwischen legitimem Widerstandskampf und verabscheuungswürdigem Terrorismus à la Al-Qaida, der den Tod unschuldiger Zivilisten in Kauf nimmt.
In einem ausführlichen Nachwort hat Jürgen Todenhöfer seine Sicht des Verhältnisses zwischen dem Westen und den muslimischen Ländern in zehn Thesen zugespitzt. Sein Fazit: Hauptursache für den Terrorismus ist eine über zweihundertjährige Tradition von Kolonialismus und Neokolonialismus, von Ignoranz und Herablassung in den Beziehungen von christlichem Okzident zu islamischem Orient. Der Westen muss endlich die muslimische Welt genauso fair behandeln wie andere Kulturen und Religionen und seine Politik der Antiterrorkriege aufgeben. Aber auch die Muslime müssen sich nachhaltig für einen Islam des Fortschritts und der Toleranz einsetzen.
In einer Mischung aus Reportage, Interviews und politischem Kommentar lässt der Autor anhand von Einzelbeispielen diejenigen zu Wort kommen, die sonst keine Stimme haben. Er zeigt damit ein anderes Bild des Irak und der islamischen Welt, als wir es aus der Berichterstattung der westlichen Medien kennen.























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